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Liebe Freunde,
"Ehrt alle Menschen, liebt die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern, fürchtet Gott, ehrt den Kaiser!" (1. Petrus 2,17)
Die „Stadtbild“-Aussage unseres Bundeskanzlers führt derzeit zu einer großen Debatte in Politik und Gesellschaft. Sie beschreibt die gefühlte Unsicherheit, die Menschen real empfinden. Man kann es nicht wegdiskutieren, dass wir hier ein Problem haben: Leerstand von Geschäften in Innenstädten, Müll auf der Straße, Frauen fühlen sich nachts im Bahnhofsviertel unsicher. Daher stehen Staat und Politik in der Verantwortung Lösungen zu finden.
Ich selbst bin weder Staatsmann noch Politiker, aber ich habe wie alle Christen den Auftrag für die Personen in verantwortlicher Stellung zu beten. Leider machen Christen sich mit dem Rest der Gesellschaft eher daran, die Regierenden zu kritisieren, ja zu verunglimpfen. Dabei sagt Gott uns in seinem Wort, dass wir sie „ehren“ sollen.
„Ehrt alle Menschen!“ sagt Petrus zuerst.
Der Begriff der Ehre ist bei uns in Deutschland eher in Verruf geraten. Jesus hat den ehrsüchtigen Pharisäern Paroli geboten, aber den geschmähten Sündern hat er die Hand gereicht und ihren damit Ehre erwiesen. In meinem Leben in China habe ich gelernt, was es heißt anderen „Gesicht zu geben“. In unserer Sprache kennen wir nur den Ausdruck, das „Gesicht zu verlieren“. Jon Opprecht schreibt in seinem Buch mit dem Titel „Ehrt, wem (keine) Ehre gebührt“ treffend: „Ehre geht in alle Richtungen. Egal, wer die Menschen sind, woher sie kommen, wie sie aussehen, was sie mit sich bringen, wie arm oder reich, wie sympathisch oder nervig sie sind – ja, sogar wie gut oder böse sie auf dich wirken oder was sie im Schild führen. Entgegen allen Vorstellungen sagt der Gott der Bibel: "Packe die Gelegenheit, Menschen zu ehren.“
Wenn wir das tun, kehrt Frieden in unsere christliche Gemeinschaft ein, und so leisten wir unseren besten Beitrag in einer Gesellschaft, wo es an der Tagesordnung ist, einander zu verunglimpfen und zu schmähen.
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